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1. Auf den Spuren der Bernsteinkäufer:

     a) Die Eskapade aus Prag (Tschechen) an die Ostseeküste, die längste

     Strecke, von den 30. Juli bis den 13. September 2006, mit einer Pause

     von den 11. – 15. August.

     b) Die Strecken, die ich erst im nächsten Jahr ergänzte und

     durchmarschierte

2. Jantarová stezka:

     Eine Wanderung die Moldau entlang, September 2008

3. Via Norica:

     Eine Wanderung aus Linz an der Donau nach Aquileia an der Adriaküste,

     von 16. August bis zum 5. September 2010

 

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Auf den Spuren der Bernsteinkäufer, also die Bernsteinstraße zu Fuß
   Meine Forschungsreise nach Gold des Nordens habe ich am 30 Juli begonnen, im Hochsommer, auf der Strasse Podìbradská im östlichen Viertel der Hauptstat von Tschechien Vysoèany. Vielleicht genau so, wie die Bernsteinleute habe ich die Hitze in Tschechen, den strömenden Regen in Polen und Nachtwandern erfahren. Ich musste auch verrenktes Bein kurieren und erst nach ein paar Tagen konnte ich die Wanderung nach Breslau und weiter fortsetzten. Der Aufenthalt im Kaliningrader Gebiet, war dank einer der polnischen Firmen möglich. Während der Wanderung im Westen des Samlands habe ich den Bernsteinfischern mit ihren Funden getroffen. Wenn ich in Händen gerade herausgezogene, rohe Bersteinschollen gehalten habe, war ich so beeindruckt, dass ich kein Foto gemacht habe.
 

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Die Eskapade

    Die erste Etappe sollte ich in Mochov, einer tschechischen Ortschaft, nach 20 Kilometer Wanderung enden. Schon am ersten Tag gab es aber Hindernisse. Die Kosten der Übernachtung waren höher als ich dass in meinem Budget vorgesehen habe. In einzigem Hotel, wo es noch freie Plätze gab, sollte ich 900 Kronen bezahlen (ungefähr 125 Zloty). Ich marschierte also weiter, die Straße in Richtung Podìbrady entlang. Die heiße Luft wellte über die Asphalt, die Hüfte und der Arm taten mir weh, der Rucksack wärmte” zusätzlich. Endlich, nach 34,5 Kilometer der Route, im Ort Sadská, haben mir gute Leute den Weg nach Hotel Modrá Hvĕzda gezeigt, wo ich für 315 Kronen übernachten konnte.

"Der Frühaufsteher" aus Sadská.

   Am angenehmsten während der Eskapade war, wenn ich durch Dörfer, Wälder und Felder gewandert habe. Ich konnte dann die, vor der Sonne erwärmte Früchte direkt vom Baum essen oder sammeln: Pflaumen, Äpfel und Mirabellen. Ich "trank" gerade diese Früchte, als ich in Richtung Hradec Králové marschierte. Im Ort Nepolisy, habe ich Mineralwasser gekauft und sich glücklich weiter auf den Weg gemacht. In den nächsten Ortschaften aber, die ganze 26 Kilometer lange Strecke entlang: Luková, Mlékosrby, Byd¾ovská Lhotka, Barchov, Zvíkov, Kunèice, Radostov, Radíkovice, Tĕchlovice, konnte ich nirgendwo Wasser kaufen. Kleine Geschäfte waren am Morgen, und dann erst am Nachmittag offen, genauso wie Wirtshäuser. Unterwegs trank ich immer sehr viel, und am diesen Tag, dachte ich, ich schaff es einfach nicht. Ich konnte nicht Wasser im Voraus kaufen. Wie sollte ich mit einer Sammelpackung, so viele Kilometer wandern. Eine Frau wollte mir Wasser in die Flasche eingießen. Ich musste mich bei ihr aber bedanken, denn ich wollte nicht einen Umweg machen. Ich hoffte ich werde die Wasser noch kaufen können. Das war aber erst im Ort Stĕ¾ery, 3 Kilometer vor Hradec Králové möglich, wo ich 1,5 Liter Wasser, ein Liter Saft und ein Eis gekauft und sofort getrunken und gegessen habe. Nach dieser kurzen Pause habe ich nach Hradec Králové gekrochen. Ortsbewohner haben mich informiert, dass ich eigentlich keine Wahl habe, wenn es um die Übernachtung geht. Die einige Möglichkeit war ein Hotelzimmer für 790 Kronen. Ich habe nur noch geprüft, ob ich überhaupt genug Kronen habe. Im Hotel überlegte ich mir reiflich weitere Marschroute. Ich habe zu viel Geld ausgegeben. Wenn es um die leere Flaschen geht, habe ich die ganze Trasse entlang mein Müll in einer Tasche getragen. Ich weiß ich sah manchmal seltsam aus - mit Rücksack und dieser Tasche, aber mein Müll habe ich nie irgendwo geworfen.

"Die Drachenlampe" im Zentrum der Stadt Hradec Králové.

    Weil ich keine topografische Karte gehabt habe, sehr oft war es so, dass ich, in Wirklichkeit, statt einer, wie auf der Karte, zwei oder drei Wege gefunden habe. Ohne Hilfe der Fahrer würde in solchen Situationen die weitre Wanderung einfach nicht mehr möglich. Ich habe das selbst erfahren, als ich vor dem Hochwasser aus Kamieniec Z±bkowicki geflohen habe. Budzówka war schon unter der Brücke. Man hat nur die Fußgänger durchgelassen und Evakuierungswege vorbereitet. Wasser war schon auf den Strassen. In die Keller ist so viel Wasser eingedrungen, dass die Einwohner mit dem Auspumpen nicht fertig worden. Um 14.00 Uhr war ich auf der Strasse. Ich habe Angst gehabt, dass ich wegen des Regnens weiter nicht gehen werde. In Pantoffel bin ich durch die überschwemmte Stadt gewandert. Am Anfang hat mich ein Fahrer, der mit seiner Familie gereist hat, ausführlich informiert, wie ich die Stadt verlassen soll. Weiter war aber viel schlechter, niemand wollte den Wagen halten, und ich musste letztendlich von dem geplanten Weg abweichen. Um alles "auszurichten" bin ich einpaar Kilometer mehr gegangen. Es ist dunkel geworden und in der Nähe gab es keine Übernachtungsmöglichkeit. Dazu habe ich mich noch den Fuß verrenkt, die immer mehr wehtat. Ich habe mich also auf meiner Isoliermate ausgestreckt und ungefähr eine Stunde unter einem Busch in der Nähe des Weges geschlafen. Es duftete nach Stoppelfeld, starker Wind wehte vom Westen. Hinkend bin ich sehr langsam weitergegangen. Die ganze Nacht habe ich aber den Berg mit dem, wie eine Leuchtturm blinkendem Mast, gesehen. Die Lichte von ¦lê¿a, rechts und hinter mir, zeigten die Richtung der Marschroute. Die Richtung war richtig. Das war am wichtigsten. Nach 14 Stunden, gegen Morgen, als ich schon äußerst müde war, habe ich mich entschließen, zum ersten Mal 5 Kilometer zu Pustków Wilczkowski, wo ich übernachten konnte, zu fahren.
Während des ganzen Unternehmens gab es auch angenehme Abende, wenn die Personen, die sich für Geschichten über meine Marschroute interessiert haben, mir uneigennützig Unterkunft vorgeschlagen haben. Mehrmals haben mir auch Kinder geholfen. In einem des Interviews hat man gefragt, wonach denke ich wenn ich wandere. Offen gesagt, denke ich vor allem darüber, ob und wo ich übernachten werde.

Der Weg nach Preußen (pl. Prusy), 20:20 Uhr.


Meine "Nachtbetreuerin", der Berg Zobten (pl. ¦lê¿a).
   

    Die Strecke aus Toruñ nach Che³mno war nicht angenehm. Ich musste eine Schnellstraße entlang marschieren. Genauso in Polen, als auch in Tschechien gab es solche Strecken der ehemaligen Bernsteinstraße, die heute mit Strassen mit hoher Verkehrsdichte zusammenfallen. Dort habe ich keine Wahl gehabt, als nur am Rande dieser Strassen zu marschieren.

    Vielleicht wird es seltsam klingen, ich wollte aber schreiben, dass man überhaupt nicht vieles Geld ausgeben muss um Extremsport zu treiben. Man kann zum Beispiel versuchen die Steinstrand, die Welle überschwemmen entlang "spazieren gehen", oder um die Strasse zu erreichen, durch Lebensraum der Vögel, Sumpf und "Küstenurwald", das heißt Himbeerstrauch, Brennnessel und anderes  Gestrüpp, drängen, was ich auf der, am weitesten nördlich gelegener Landzunge des Samlands, erfahren habe. Man kann auch bei heftigem Regnen und Wind, die Landesstraße A1 oder die Strasse aus Elbl±g nach Pas³êk, die den See Dru¿no umkreist, entlang marschieren. Diese Strecke und noch andere, die ich damals nicht "durchmarschiert" habe, habe ich im nächsten Sommer vervollständigt. Die Strasse aus Elbl±g, war wie eine Wiederholung der Route aus Toruñ, weil es wieder so heftig geregnet und geweht hat, dass der Regenmantel kein ausrechender Schutz war. Ich habe doch noch einen Rücksack gehabt. Es war kalt, und obwohl ich Kleidung gewechselt habe, Socken sogar zweimal, reichte es nicht. Auf dieser Strecke habe ich nämlich meine Füße wund gerieben. Übrigens, jemand der einen Regenmantel mit einem "Buckel" für Rücksack herstellen würde, würde bestimmt ein Vermögen erwerben.

Der Weg nach Stankowo. Die Umgegend vom Drausensee (pl. Jezioro Dru¿no).

    Ich wanderte im warmen Regen. Auf Straßen, die nicht so stark befahren Waren, watete ich im Regenwasserstrahlen, wie in kleinen Bächen. Es machte mir manchmal wirklich Spaß. Häufiger aber sah alles, was ich während einer Platzregen anhatte, wie nach Waschen ohne Schleudern. Wenn die Kleidung während der Nacht nicht trocken wurde, zog ich Folienbeutel auf meine Socken an, damit sie trocken bleiben. Wenn es zu Regnen aufgehört hat, war das eine gute Methode, die Schuhe wurden inzwischen trocken. Wenn es aber weiter regnete, hatte das keinen Sinn gehabt. Die Betel zerrissen dann während des Marsches und die Socken wurden schließlich nass. Als ich im Studentenheim in Toruñ übernachtet habe, konnte ich alles waschen und abtrocknen. Es schien mir unmöglich. Den Moment in dem ich Toruñ gesehen habe werde ich nie vergessen. Ich bin über die alte Brücke im Zentrum gegangen. Rechts sah ich nur hohe Bäume und plötzlich, wie am Anfang eines Spektakels nach Aufschieben des Vorhangs, ist das Panorama der Stadt erschienen.
 
   Wenn es um das Essen geht, habe ich auf der Trasse gegessen. Nach vielen Stunden der Wanderung habe ich oft Lust auf Kuchen gehabt. Manchmal konnte ich zum Beispiel auf einmal zwei Hefegebäck oder andere Süßigkeiten verschlingen.
 
   Am 13 September, als ich auf die Danziger Küste gelangte, habe ich auf dem Strand kein Bernstein gefunden, auf dem Rückweg aber, im Strandpark, habe ich an einer Danziger Safari teilgenommen. Aus dem Busch sind mir über den Weg Wildschweine mit Jungen gelaufen.

   Zu meinem sehr abgekürzten Bericht gebe ich nur an, dass ich während meiner Wanderung nicht einmal eine Wahl hatte, entweder sich richtig satt zu essen, oder sich endlich in guten Bedingungen auszuschlafen und von der Reise zu erholen, d. h. Zimmer mit Bad, ohne von Stock zum Stock herumzulaufen. Das Suchen nach einer Übernachtungsmöglichkeit hat immer lange gedauert. Sehr oft war ich so müde, und meine Beine taten so weh, dass ich in der Nacht geschlummert nicht geschlafen habe. Im Hotel in Kwidzyn habe ich erst am Morgen bemerkt, dass es in meinem Zimmer noch eine Tür gab, und hinter ihr ein Badezimmer. Manchmal war ich so müde, dass ich nicht im Stande war Notizen zu machen. Deshalb, wie sich erwiesen hat, ist die Anzahl der Kilometer, die ich angegeben habe, niedriger, als die Distanz, die ich wirklich zurücklegt habe Zwei der Strecken habe ich nicht summiert, was ich erst später festgestellt habe. Die wirkliche Distanz war also länger als 1020 Kilometer. Letztendlich habe ich aber schon nichts geändert. Ich wollte nicht, dass mir jemand Unehrlichkeit vorwirft. Im Kaliningrader Gebiet, habe ich ausnahmsweise nur den westlichen Strand der Halbinsel Samland durchgewandert, erstens weil es dort keinen Durchgang über die Grenze für Fußgänger gab und zweitens, weil man in der Zeit der Bernsteinstrasse, bestimmt das Frische Haff nicht zu Fuß umgegangen hat. Die Bernsteinhändler benutzten Schiffe um den Weg nicht zu verlängern.

Die Samlandsküste.

   Unten die Etappenortschaften: Praha, Sadská, Kopièák, Hradec Králové, Jaromĕø, Nové Mĕsto nad Metují, Jeleniów, Polanica Zdrój, K³odzko, Kamieniec Z±bkowicki, Jordanów ¦l±ski, Pustków Wilczkowski, Wroc³aw, Widawa, Dobroszyce, Cieszyn, Przygodzice, Kalisz, Kamieñ, Gadówek, Stare Miasto, Kazimierz Biskupi, Skulsk, Inowroc³aw, Kawêczyn, Toruñ, Grzywna, Che³mno, Grudzi±dz, Kwidzyn, Malbork, Dzierzgoñ, Jelonki, Elbl±g, Frombork, Braniewo, mit dem Zug nach Калининград, mit dem Bus nach Пpимopcк und weiter nach Янтapный, Филинo, mit dem Kleinbus nach Калининград, mit dem Bus nach Elbl±g, dann nach Kwidzyn, Ma³e Walichnowy, Tczew, Pruszcz Gdañski, Gdañsk, Starzyno.

Die Grünstiche einer Tiefebene "Walichnowska".
 
1b
Die ergänzten Strecken
    Ich erwähnte schon, dass ein paar Strecken der geplanten Route aus verschiedenen Gründen nicht "durchmarschiert" wurden. Darunter befanden sich folgende Strecken: aus Jordansmühl (pl. Jordanów ¦l±ski) nach Stein (pl. Pustków Wilczkowski), weiter aus Jelonki nach Elbing (pl. Elbl±g) und aus Danzig (pl. Gdañsk) nach Starzyno. Diese Strecken ergänzte ich im nächsten Sommer, indem ich zum Altmarkt von am rechten Ufer gelegenen Prag, der Hauptstadt von Tschechen. Und ich machte mich auf den Weg während des sonnigen Workshops, getitelt: Tag des Bernsteins, in Danzig. Diesmal außer meiner Bernsteinkette und einer Kopie der Gotenklemme hatte ich bei mir einen Bernsteinanhänger, den ich von einem Verein der Bernsteinkäufer bekam.
 


Ein Herdchen der bunten Hähnchen, zwischen dem Turm "Jacek" und dem Theatergebäude Küste (pl. Teatr Wybrze¿e), in der Stadtmitte.

 

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JANTAROVÁ STEZKA

   Indem ich meine Unternehmung fortsetzte, durchstreifte ich weitere Kilometer der ehemaligen Bernsteinstraße. Die Route begann auch in Prag, aber führte in Richtung Linz in Österreich, das machte ca. 293 Kilometer. Die Bernsteinkaufleute wanderten bestimmt den Flusslauf Moldau (Vltavou) entlang, was durch Vorkommen der keltischen Oppiden, der befestigten Ansiedlungen, bestätigt wird. Bevor die Hauptbernsteinstraße aus Aquileia durch Carnuntum, Vindobone (Wien, Österreich) und Brigetio (O.Szöny/ Ungarn) führte, wanderte man früher gerade durch Lentia und Lauriacum, wo man in der Nähe Donau überqueren konnte. Der Weg war wirklich sehr schwierig, weil er durch Gebirgsland, überflutete Flächen und Flussmäander von Moldau führte.
 

Václavské námìstí und das Gebäude des Nationalmuseums in Prag. Indem ich mich bei einem Archäologen Pavel Sankot über meine Wanderung beriet, wurden die Orte der ehemaligen keltischen Städte bestätigt.


Praha, Staré Mĕsto, Staromĕstské námĕstí - Závist, Übernachtung in Zbraslav, 21 Kilometer
   Die Hauptstadt von Tschechen begrüßte mich, wie immer, mit der Sonne. Aus dem Bahnhof Florenc begab ich mich zum Altmarkt von Prag am rechten Flussufer. Wie immer ging ich etwas auf den Straßen herum, dann durch die Stadt und endlich besuchte ich die Burg Vy¹ehrad (deutsch Plintenburg), woher ich das Panorama der Neustadt Prag bewunderte. Weiter wanderte ich die Moldau entlang, an den Golf- und Grünanlagen vorbei, durch die ein Weg für Fußgänger und Fahrradräder führt. Als ich mir Gewissheit über meine Route bei zwei Tschechinnen verschaffte, bekam ich von ihnen Äpfel, die mir Erfrischung in der weiteren Wanderung auf die Spitze in Závist gaben. Die in der Nähe von Bøe¾anski Potok (ein Bach) gelegene ehemalige Burg macht das größte Oppidum in ganz Tschechen aus.
 

In der Ferne Zbraslav, und die Bäume im Vordergrund scheinen den Olivenbäumen ähnlich zu sein.

 
Hradi¹tko, 20 Kilometer
   In der Landschaft der Südteile von Prag und in der Umgebung sind vorwiegend Felsen zu sehen. Sie tauchen hin und wieder am Moldauufer auf. Die von mir geplante Route sollte durch die gebirgige Gegend dieser Ortschaft führen. Ich wurde aber von den Einheimischen aus Vrané an Vltavou überredet, den Fluss über eine Bahn-Rad-Fußgängerbrücke zu überqueren. Kurz vor der Brücke warnte mich ein alter Mann, dass ich mich genau umsehen sollte, weil: "die Maschine hier fährt". Als ich schon auf der Brücke stand, hörte ich plötzlich einen Bahnpfiff. Ich würde ein perfektes Foto machen, aber ich hatte Angst, mein Apparat zu verlieren, indem ich strammstehend auf einer schwankenden Brücke stand.


Die am Fluss Moldau gelegenen Ortschaften, auf einer sehr praktischen Landkarte, in Mìchenice.

 

Hrazany, 27 Kilometer

   Das ist die nächste schwierige Strecke meiner Wanderung, weil der Weg durch ein Bergland und eine überflutete Fläche führt. Ein Weg, der mit einem Bauernhof endet, ein nasses Gras, weil es regnete, und Probleme mit Wasserkauf. Ich hatte vor, ein Oppidum zu besuchen, das sich ca. 2 Kilometer von Hrazany befand, aber unterwegs bemerkte ich ein Hotel. Fast wie eine Fata Morgana sah ich Trinken, Dusche und vielleicht auch eine Waschmaschine. Man kann sagen, ich übernachtete in einer Burgstadt, aber nach einem Fachbegriff von diesem Platz sollte man eher Herren Prof. Baranowski fragen.
 
In der Nähe Hrazany.

Kamýk nad Vltavou, 20 Kilometer
   Immer wieder wandere ich durch kleine Agrarortschaften und wieder endet mein Wanderweg mit einem Schlagbaum. Ich weiß schon nicht mehr, ob ich die Botschaft, oder Nummer 112 anrufen soll, damit ich mich von GPS leiten lasse. Nach einer Stunde des Herumgehens enden die Pfaden mit den Wiesen oder einem Steilhang. Endlich gehe ich über ein Bächlein und die durch Tiere ausgetretenen Wege und erreiche ein Feld, das mich zu einer Landstraße führen soll. Meine Kleider eignen sich nur zu einer Werbung eines Waschpulvers. Man kann mich leicht, nicht an einem Logo auf dem Rucksack, sondern sicherer an den schmutzigen Klamotten erkennen.
 
Das scheint ein Bild zu sein, aber dieses malerische Lichterspiel ist gerade ein Wald, in dem ich mich verlor.


Probulov, 29 Kilometer

   Wegen der Probleme an bestimmten Strecken ändere ich einige der geplanten Routen, um nicht auf den touristischen Wanderwegen, sondern auf den Ortswegen zu gehen, auch wenn ich ein paar Kilometer mehr wandern muss. Die Kaufleute wanderten bestimmt von einer zu einer anderen Ansiedlung auf den möglichst einfachsten Wegen.
 

Ach!.. Man möchte hier was inzwischen essen!

 

Záhoří, Übernachtung in Písek, 21 Kilometer

   Indem ich in der Nähe von Oppidum, in Nevĕzice, an dem rechten Moldauufer, wandern wollte, musste ich durch die ganze Erholungswohnsiedlung gehen. Den Wanderweg nach einer Vorzeitburg bemerkte ich erst auf dem Rückweg. Es überraschte mich, dass auf diesem Weg viele große LKWs fahren. In einem Hotel in Písek sprach ich darüber mit einem Empfangsmädchen und erfuhr, dass es größeren Verkehr wegen Montags gibt. Am nächsten Tag machte ich mir frei von meiner Reise und fuhr ins Internetcafé: Cyber Café, im Einkaufszentrum Nový Smíchov in Prag, um über meine Unternehmung per Internet Bescheid zu sagen.
 

Ein altes Ehepaar in seinem Landgut, vor einem Schlösschen in Záhoøí.

 

Kostelec, Übernachtung in Hluboká nad Vltavou, 41 Kilometer

   An diesem Tag wanderte ich, trotz des Regens, den ganzen Tag lang bis zum Abend, weil ich keine Probleme mit der Übernachtung erwartete. Es stellte sich aber heraus, dass man auf einem Campingplatz nur in eigenem Zelt oder Wohnanhänger übernachten darf. Andere Übernachtungsmöglichkeiten gab es in der Nähe einfach nicht. Was konnte ich tun? Ich fuhr per Anhalter zur nächsten größeren Ortschaft, wo ich in Ruhe schlafen konnte.
 

In der Nähe von der Ortschaft Albrechtice an Vltavou (Albrechtice nad Vltavou), wo ich gefrühstückt habe, ist so eine Kleinigkeit gewachsen.

 

Èeské Budìjovice, 23 Kilometer

   Als ich am Morgen aus dem Übernachtungsort mit dem Bus auf meinen Wanderweg zurückkam, unterhielt ich mich mit den Kindern, von denen ich mich erkundigte, wie nach der nächsten Ortschaft durch die Felder zu kommen. Indem ich auf einem Asphaltweg im Wald, die Moldau entlang nach Hluboká an Vltavou marschierte, hörte ich plötzlich Brüllen eines Bären. Das schien mir unwahrscheinlich zu sein, aber nach einem Augenblick hörte ich das Brüllen das zweite Mal. Den Wanderweg entlang dehnte sich ein Zaun, und eigentlich vielmehr ein Zäunchen, an dem die Warntafel angehängt wurden. Aus Angst ging ich schneller und vergaß über meine Beinschmerzen und Hunger. Nach einer Weile sah ich mich nach irgendwelchen Fluchtmöglichkeiten um. Ich kann leider keinen Baum besteigen, was in dem Moment ich für lächerlich fand. Die einzige mögliche Lösung wäre es vielleicht, ans Flussufer herunterzulaufen. Ich stellte mir solche biedere Kaufleute mit den Kisten und anderen Habseligkeiten vor, die auch von Zeit zur Zeit einem Bären entfliehen mussten.
 

Nicht ein Hund, sondern eine Katze bewacht das Gehöft in Lí¹nice.

 

In der Umgebung von Hluboká an Vltavou (Hluboká nad Vltavou) findet sich, sowohl der Bär, als auch der Storch


Zlatá Koruna, 21 Kilometer

   An dieser Strecke entschied ich mich das rechte Moldauufer entlang zu wandern, weil es sich in der Nähe, in einer Ortschaft  Tøísov, ein keltisches Oppidum befand. Es stellte sich heraus, dass der Wanderweg sehr gut markiert war, dass es viele Bänke gab, und trotz des schlechten Wetters viele Touristen den Weg gingen. Auch am Fluss fuhren viele Touristen mit dem Paddelboot, oft in Begleitung von ihren Hunden.
 
Die Bernsteinkaufleute wanderten mit ihren Waren bestimmt auf solchen Pfaden, in Mitten der Felsen, ein hohes Moldauufer entlang.

 

Ro¾mberk nad Vltavou, 25 Kilometer

   Es gießt in Strömen den ganzen Weg lang. Unterwegs besichtige ich Èeský Krumlov, die Stadt – Sehenswürdigkeit, aber wegen des schlechten Wetters halte ich meine Fotoapparate im Rucksack. Aus der Stadt wandere ich auf der touristischen Route, das rechte Moldauufer entlang. Die Strecke ist schön, im Prinzip vorwiegend Ausphaltweg. Aber über ein Bächlein, das in Moldau mündet, gibt es eine Brücke, nach der ein Schlagbaum steht. Ich sehe aber einige zehn Meter weiter auf dem Baum einen Wanderweg. In erster Weile weiß ich nicht, was zu tun, aber ich will doch auf halbem Wege nicht umkehren. Ich gehe also den Schlagbaum über und ich setze meine Wanderung durch eine Sumpfwiese fort. Auf einem Feldenpfad sehe ich Kuhfladen, Spuren der Kuhklauen und ich gehe die ganze Zeit den Schlammpfad entlang, aber gemäß dem Wanderweg. Ich denke mir, wenn die Kühe hier herumgehen, muss ich auch irgendein Dorf erreichen. Ich befürchte nur, dass die Route zu einem Bauernhof, statt zu einer Landstraße führt. Meine Befürchtungen erwecken auch die Hinweistafeln, die vor dem Bärenrevier warnen. Sicherlich deswegen werden der Schlagbaum und der Zaun den ganzen Weg entlang aufgestellt. Nun endlich gehe ich den zweiten Schlagbaum über und glücklich erreiche meine Pension. Dort packe ich alle nassen Sachen aus meinem Rucksack aus und trockne sie. Der Regen trommelt die ganze Nacht lang gegen das Fensterbrett…
 

Da es regnete, machte ich auf dieser Strecke keine Fotos. Ich bediene mich mit den Bärchen aus der Prager Altstadt.


Studánky, 11 Kilometer

   Es hört auf, zu regnen, aber es ist kalt. Auf dem Weg aus Ro¾mberk an Vltavou gibt es bei jedem Bildstock eine Bank, damit ein Wanderer rasten kann. Die Route führt auf der Donau-Moldau-Weg.
 

"Das Wirtshaus wird Rom genannt" - taucht auf, und das ist Studánky.

 

Hellmonsödt, 20 Kilometer

   Aus Studánky nach heutigem Österreich führt die damalige Bernsteinstraße durch einen ziemlich einfachen Übergang: durch den Hohenfurter Sattel (czech. Vy¹ebrodský prùsmyk). Weiter gibt es Agrargelände, zahlreiche Ortschaften, und Städtchen, die genau wie in Tschechen, in den Tälern gelegen sind. In Hellmonsödt bin ich überrascht, wenn die Hotelbesitzerin mich bittet, mir selbst Rechnung für meine Übernachtung auszustellen.

 

Ein Cafe in einem Städtchen Hellmonsödt.


Linz, 14 Kilometer

   Nach früheren Lentia wanderten die Kaufleute durch Haselgraben. Heutzutage befinden sich dort zwei Wege; eine teilweise zweispurige Landstraße und eine Ortsstraße, die durch Wildberg, ein Bächlein entlang führt. Indem man, in dem Stadtviertel Urfahr, die Donau überqueren will, muss man eine Furt nicht suchen, sondern über eine Brücke gehen.
 
Anlegestellen am Donau, im Zentrum von Linz.


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VIA NORICA

   Der Weg nicht einmal als Via Norica benannt, der aus Lentia und Lauriacum nach Aquileia führte, wurde von den keltischen Stämmen und später von Römern benutzt und den eigenen Zwecken angepasst. Die ca. 20 bis 30 Km. voneinander entfernten Ortschaften machten damalig Etappenpunkte aus, in denen sich Post- und Zollämter befanden. Die nächste Eskapade ca. 500 Km wurde von mir genau aufgrund dieser Strecke abgesteckt. Also: aus Linz durch Wels Richtung vom Fluss Steyr und abwärts des darin mündeten Baches Teichl. Dann eine schwierige Strecke durch den Pyhrnpass zu den nächsten Engpass in der Nähe von Pöls und den Fluss Mur abwärts. Und aus dem Tal vom Fluss Glan zu den nächsten Fluss Gail und abwärts dessen, daraus mit einer Route, die abwärts Fella und Tagliamento verlief, Richtung Aquileia.

 

   Meine Wanderung begann ich selbstverständlich aus Linz, auf der Brücke, dadurch ich vorher über die Donau "überquerte". Zur Zeit des Bernsteinbeförderung machte der Fluss eine natürliche Grenze zwischen barbarischen Ländern und dem Römischen Reich aus.
Ich gehe durch die Stadt, und wie immer irre mich umher, ich komme sogar zu einer Autobahnweiche. Ich werde nervös, weil ich an dem Tag ca. 30 Km Wanderung plante und schon ein Hotel in Wels buchte, um weiter nicht gehen zu müssen. Endlich hilft mir ein Radfahrer, indem er mir eine Landkarte vom Weg direkt nach Wels skizziert..

 

Eine Jugendherberge in der Kapuzinerstraße in Linz. Ein kleines aber sehr gemütliches Gebäude. Wegen seiner billigen Unterkunft, erweckt es in mir immer ein Lächeln.

 

Heutzutage gibt es keine Möglichkeit mehr, abwärts vom Flüsschen Traun zu wandern. Früher führte eine Bernsteinstraße in der Gegend und jetzt eine freie Wanderung ist von den zahlreichen Gebäuden und vom Straßen- und Bahnnetz gestört. Indem ich an einem heißen Tag wandere, freut mich, dass meine Straße an manchen Stellen repariert wird und es keinen Verkehr gibt oder der Weg durch kleinere Ortschaften verläuft.

 

An der Weiche nach Hörsching und Neubau, Technik an der Strecke, den ehemaligen Kaufleuten unbekannt.

 

Wels so wie die Hauptstadt Tschechen begrüßte mich mit Sonne. Aus der Stadt Linz, der damaligen Lentia, einer Militärwache, die den Übergang über Donau bewachte, führte ein Handelsweg nach Ovilava, heutzutage Wels. Die Ortschaft machte einen wichtigen Verkehrsknoten im nördlichen Teil des Königsreiches Noricum, u.a. geling bis hier der Salzweg.

 

"Der Welser Stadtplatz und seine Häuser."
 

Am nächsten Tag tröpfelt es und ich verzichte auf meinen Plan, eine römische Mauer in der Schubertstraße anzusehen. Ich wate nicht durch den Fluss, sondern gehe über eine Brücke und wie die Bernsteinkaufleute richte mich nach dem nördlichen Alpenvorfeld, indem ich die jetzige Römerstraße gehe. Aus Wels durch Voitsdorf nach Kirchdorf an der Krems und dann am Morgen nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg nach Micheldorf. Weiter abwärts vom Fluss Steyr und seinem Nebenfluss, dem Bach Teichl.

 

Wels, die Brücke über den Fluss Traun.
 

In der Landschaft vorherrschen die Agrargeländen, und der Weg nach Windischgarsten, wo ein Punkt Gabromagus lokalisiert wird, führt parallel zu einer Autobahn.

 
Nur "das Haarschöpfchen" hatte den Mut, sich zu der Pyhrnpass Straße zu nähern.
 
Nach ein paar Tagen der Wanderung, ca. 30 Km. täglich, bin schon müde, nach zwei Stunden des Marschierens tun mir schon die Fersen weh. Aber dank dem wunderbaren Spaziergang durch das im Tal gelegene Städtchen Spital am Pyhrn fühle ich mich befriedigt.
 
Und das Spritzenhaus in der Ortschaft……. ich vergöttere solche Sachen, wenn ich unterwegs bin.

 

Ein paar Kilometer weiter werde ich wieder fertig gemacht, weil die Weg die ganze Zeit nach oben läuft. Und an der Spitze vom dem gewundenen Weg wartet auf mich der Pyhrnpass, und gleich danach Steiermark. Da das Wetter freundlich ist, erreiche ich Liezen sehr erschöpft.

 

Aus Liezen in Richtung Trieben gehe ich fast den ganzen Tag lang eine Landstraße, die mit der senkrecht verlaufenden Autobahn und mit den Bahngleisen durchflechtet. Dazu ist es sehr heiß, so dass ich zuweilen Lust habe, meinen Rucksack abzulegen und nach Hause zurückzukommen. Endlich wird der Weg erträglicher und führt durch den weiten Tal, wo sich ein Berg in der Landschaft auszeichnet. Wahrscheinlich machte früher die Spitze Sparafeld einen Orientierungspunkt aus für die Reisenden, die sich nach Surontio, heute Trieben begaben.
 
In Trieben, im Hotel bat ich um eine Möglichkeit, meine Klamotten zu waschen, indem ich mich entschuldigte, dass einige sehr alt sind und nur den Wanderungszwecken als eine Uniform dienen. Das ist eine Seltenheit während der Wanderung, an demselben Tag die Kleidung waschen und trocknen zu können, weil ich meistens zu meiner Unterkunft spät am Nachmittag gelange und es nicht im jeden Hotel eine Waschmaschine gibt. Doch am nächsten Tag, die Strecke aus Trieben führt typisch fürs Gebirge voll von Schnörkeln nach oben. So meine trockene Klamotten werden wieder nass.
 

Und das Ergebnis von meinem Hinaufklettern am Morgen, auf der Triebener Straße.
 
Ich gehe die Asphaltstraße aber durch den Wald. Es ist ein Rauschen eines Bächleins und manchmal auch eines kleinen Wasserfalls zu hören. Die Wanderung macht Spaß, es ist warm aber ich gehe im Schatten. Auf der Strecke eine Ortschaft Hohentauern und ein weiterer Pass. Ferner nur lange Täler und Agrargelände.
 

Soolche Schuhe werden in Sankt Johann am Tauern hergestellt. Ein Schau des Lokalhandwerkes, zwischen Hohentauern und Möderbrugg, wo sich zur Zeit der Bernsteinbeförderung die römische Stelle Tatursanis befand.

 
Eine weitere Ortschaft, die zu der Römerzeit einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt ausmachte, war Pöls. Eine der Straßen führte von hier nach Juvavum – das heutige Salzburg, eine andere nach Osten den Fluss Mur abwärts. Auf diesem Gebiet bin ich von den Polen empfangen, und wie früher in Linz, diesmal in Judenburg ist es sehr angenehm, trotzdem muss ich meine Wanderung fortsetzen. So wie die Bernsteinkaufleute wandere ich entlang dem Fluss Mur.

Vielleicht ist das Foto unklar, aber für mich ist das einer der schönsten Pfaden in der Welt. An dem Tag herrschte nämlich eine Hitze, und der Pfad gab mir Rast wegen den hier eingesetzten Bäumen.
 

Indem ich mich an Scheifling nähere, gehe ich die Römerstraße. Der Name der Straße ist gerade auf die Römerzeiten zurückzuführen, zu der Zeit befanden sich auf diesem Gebiet Verbindungen zwischen Raststätten und Zollstätten. Der Name kommt in vielen Städten vor. Die angetroffenen Menschen, mit denen ich sprach und nach der Bernsteinstraße fragte, kannten sich sehr gut darin aus und gaben mir gerne Auskunft.

 

Ein altes Museum in Scheifling.

 

Das Wetter ist freundlich, es ist heiß, die Ermüdung quält. In der Nähe vom Längsee stieß ich fast einen Radfahrer, in dem ich die Straße Fiming überquerte.

 

 Aber.. wollen Sie ein Märchen… so ist es: auf der Strecke durch eine kleine Agrarortschaft erschien der Schloss Hochosterwitz.

 

Wo die zwei Ortschaften Zillersdorf und Zollfeld aneinander anliegen, kaufte ich mir ein Mineralwasser, einen Tee und Eis, um mich etwas zu verschnaufen.

 

Und einige hundert Meter weiter in Richtung Maria Saal wartet auf mich eine riesige Überraschung, wörtlich und im übertragenen Sinn. Mit den Bäumen verhüllt steht nämlich ein großer Steinthron der Kärtner Herzöge, der auf dem Gebiet des ehemaligen Virunum, der Hauptstadt der Provinz Noricum, gefunden wurde. Ich habe Lust, das Wort VIRUNUM laut zu rufen.

 

Im bergigen Österreich, durch die in den Tälern gelegenen Ortschaften, wo die Straßen manchmal sehr eng sind, fahren oft zu schnell große Lastkraftwagen. Das Missfallen der Einwohner weckt Proteste und wird oft in den Aufschriften an den Wegen widerspiegelt.

 

Ein Plakat, an einem der Häuser in Maria Saal.

 

Ich wandere nach Klagenfurt, um in einem Hotel Unterkunft zu finden und nach Internetcafes zu suchen. Es ergibt sich, dass es zwar zwei Cafes gibt, jedoch keinen Platz zur Übernachtung, weil es gerade eine Stadtveranstaltung stattfindet. Ich versuche, außer der Stadt zu übernachten. Voller Angst gelange ich zu Wölfnitz, gibt es für mich "Zimmer frei" im Gasthof Wölfnitzerhof? Es gibt ein Zimmer, und weil es am Nachmittag begann, zu regnen, entschied ich mich, einen Tag Pause zu machen und an dem nächsten nach Klagenfurt mit dem Bus zu fahren.

 

Gut geratene und gleichzeitig dekorative Paprikaschötchen in der Theatergasse, in der Stadtmitte von Klagenfurt.


Aus dem Tal des Flusses Glan, des heutigen Klagenfurt und seiner Umgebung führten zwei Strecken. Eine, die ältere, basierte auf den Lokalwegen, und die andere, die bequemere wurde von den Römern entlang dem Wörthersee gebaut. Ich fühle mich auf dieser Strecke wie die Kaufleute, weil sich einen Beutel mit Bernstein in meinem Rucksack trage. Und um den Asphaltweg nicht zu gehen, wähle ich die feuchten Wald- und Bergstraßen.

 

Die Gegend ist aber außergewöhnlich, weit von der Autobahn entfernt, gemalte Häuser und dieser Bildstock mit Dachschindel in Arndorf.
 

So wie die Handelsroute führte, richte ich mich auch nach Westen, nach Villach.

 

 Der Fluss Drau, den die Reisenden überquerten, um ins Stadtzentrum Santicum zu gelangen. Die Überquerungsstelle befand sich in der heutigen Widmanngasse, die in Italiener Straße geht und gemäß dem Namen aus Villach nach Italien führt.

 

 

Aus Warmbad führt in Richtung des Flusses Gail eine ehemalige Strecke mit den sichtbaren Spuren, die typisch für die keltischen Bergstraßen sind.

 

 Stellen Sie sich jetzt einen im Gestein geschmiedeten Weg vor, den nur ein Wagen fahren konnte.

 

Nach einem Spaziergang einen ehemaligen Römerweg und am Rande vom Wald Oberfederaun wollte ich durch einen weiteren Wald gehen, aber die touristische Route endete mit einer bewachsenen Wiese. Durch Erfahrung gelehrt ging ich eine Asphaltstraße in Richtung Unterfederaun. Nach den Erlebnissen verbunden mit dem Suchen des Römerwegs und dem Waten bis zu den Knochen im Wasser unter einer Autobahn freute ich mich sehr, dass es im Städtchen Arnoldstein eine Unterkunft gibt. Am Morgen stellte sich heraus, dass die Ortschaft für einen Winterkurort gilt, ich ging nämlich in der Hauptstraße an vielen Kasinos vorbei.

 

Die westliche Stadtgrenze Arnoldstein.

 

Viele Eindrücke an dem Tag, darunter eine Grenze zwischen Österreich und Italien, wo ich auf meinen Rucksack unter das Wort "Bernsteinstraße" auch "Via Ambra" schreiben konnte. Auch die Tunnels nur für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen, aber der Lärm dort ist mit einem startendem Flugzeug vergleichbar, machten auf mich einen riesigen Eindruck. Und was hat meine größte Verwunderung hervorgerufen ?

 

An der österreichisch- italienischen Grenze ... Ein Friseursalon.

 

Das Wetter ist wunderschön in der Region Friuli-Venezia Giulia, so ich setze meine Wanderung bis zum Abend fort, indem ich noch in Pontebba nach einer Übernachtung suche.

 

Im Flusstal von Gail, den die Bernsteinkaufleute durchstreifte, breiten sich wie früher schöne Ansichten von Bergen aus. Und der heutige Weg Via Friuli führt in Richtung Tarvisio.

 

Flussabwärts Fiume Fella und Tagliamento, die zwischen den Karnischen und den Julischen Alpen laufen, gelinge ich zu Gemona del Friuli. In der Landschaft gibt es immer mehr Palmenblätter und Weinreben, und morgens in den Städtchen schwebt ein Kaffeegeruch in der Luft.

 

Gemona, ein Haus in via Bersaglio.

 

Immer näher von Aquileia aber auch setzt mir die Wanderung arg zu. Doch diese Geschöpfe aus Udine und ihre Schwatzhaftigkeit jagten meine Ermüdung und Stress an meinen knappen Geldvorräten für eine Weile weg.

 

 

Indem ich Aquileia erreichte, wo, zur Zeit der Herrlichkeit von der Bernsteinstraße, Waren aus dem ganzen Gebiet des Mittelmeers befördert wurden, richte ich mich zu einem Gebiet des ehemaligen Hafens.

 

Entlang dem ehemaligen Hafenkai einer der größten und reichsten Stadt im frühen Römischen Reich Aquileia Romana führt eine Zypressenallee. Die zwischen den Bäumen gestellten architektonischen Elemente machen einen Eindruck, als ob sie in die Bäume eingeflochten würden und zusammen eine integrale Gesamtheit ausmächten. Zu dem Hafen, der sich im östlichen Stadtteil befand, an dem damals großen Fluss Natissa, führte auch der Weg, der rechts zu sehen ist. Heutzutage läuft senkrecht dazu eine Asphaltstraße Via Julia Augusta.
 

Ich gehe durch Aquileia spazieren und beschenke die Bewohner mit dem Danziger Bernstein. Und eine Überraschung in Form eines Tauschhandels, ich bekomme nämlich auch kleine Geschenke, darunter ein auf dem Weg sehr wertvolles Mineralwasser.
 

Aquileia