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  • Elbing, Archäologisches und Historisches Museum, 13.02.2007, Ausstellung der Fotografie ~ Beschreibung
  • Kalisch, Das Bezirksmuseum, der XII. Archäologische Jahrmarkt, 09.06.2007, die Ausstellung ~ Beschreibung
  • Breslau, Niederschlesisches Wojewodschaftsamt, 18.10.2007 – 28.05.2010, die Ausstellung ~ Beschreibung
  • Thorn, Das Stadtmuseum im Altstadtrathaus Muzeum Okrêgowe – Ratusz Staromiejski, 22.02.2008, Treffen mit einer Präsentation der Fotos ~ Beschreibung
  • Posen, Archäologisches Museum, 28.03 – 10.04.2009, die Ausstellung ~ Beschreibung
  • Danzig, das I. Forum der Städte der Bernsteinstrße, 21.05.2009, Ausstellung der Fotografie ~ Beschreibung
  • Danzig, das II. Forum der Städte der Bernsteinstrße, 20.05.2010, der Vortrag und Fotografieausstellung ~ Beschreibung
  • Posen, Wojewodschaftsamt der Wojewodschaft Großpolen, 01 – 13.04.2011, die Ausstellung ~ Beschreibung
  • Wien, XXII. Polnische Kulturtage in Österreich, 08.09.2013, "Auf den Spuren römischer Kaufleute"

     
    Die Beschreibungen aller Begegnungen sind unter dem folgenden Link: "wystawy, prelekcje, spotkania"  in polnisch zu lesen.

  • Elbing, Archäologisches und Historisches Museum, 13.02.2007, Ausstellung der Fotografie
        Die erste Ausstellung der während meiner Wanderung auf der ehemaligen Bernsteinstraße aus Prag bis zur Ostseeküste gemachten Fotos fand in Elbing statt, im Gebäude des Archäologischen und Historischen Museums, in der Historischen Cafeteria Clio. Das Treffen wurde von der Frau Ewa Trocka unter dem Titel: "Auf den Spuren der Bernsteinkaufleute" organisiert. Vor dem Vortrag hatte ich eine ungewöhnliche Möglichkeit, von einem  Archäologen, Herren Grzegorz Stasie³owicz begleitet, eine Ausstellung unter dem Titel: "Gotengeschichte" zu besuchen. Daran war ich besonders interessiert, weil die Geschichte dieses Volkes viel mit der Bernsteinstraße zu tun hat. Ich konnte also danach ausführlich fragen. Das war wirklich sehr spannend und ich freute mich, dass ich so viele Kilometer durchmarschierte, um mir diese Ausstellung anzusehen und die Geschichten davon zuzuhören. Selbst die Gespräche mit den Mitarbeitern des Museums schienen mir so ungewöhnlich zu sein,  dass es  mir schwer auszudrücken war.

    das Bild aus dem Treffen
    das Bild aus dem Treffen
    das Bild aus dem Treffen


       Nach dem Bernstein, dem Rohstoff, der an der Ostseeküste gefunden wird, und an der Mittelmeerküste kaum zu treffen ist, wurde zuerst in Südeuropa gesucht. An der Ostseeküste war er seit ein paar Jahrtausenden gekannt und genutzt, und die Bernsteinsucher gründeten auf diesem Gebiet Saisonsiedlungen. Er wurde anfänglich nach dem Frühlingsschneematsch auf den Inseln auf dem Gebiet von Weichseldelta gefunden und von den hier angesiedelten Handwerkern an Ort und Stelle verarbeitet. Der Handel mit dem Rohstoff entwickelte sich später und kam nach Südeuropa.
     Die Kelten waren die ersten Bernsteinhändler, später die Griechen und erst dann die Römer. In Polen, im Breslauer Stadtteil Partynice wurde ein Bernsteinspeicher gefunden. Die entdeckte 1,5 Tonne des Steins stammte aus der Hälfte des I. Jahrhunderts v. Chr.. Das Gebiet war zur damaligen Zeit eine Schutzburg, das keltische Zentrum für Wirtschaft und Kulturleben, das von der Bevölkerung aus der ganzen Umgegend mit ihren Gütern versehen wurde. In den Oppiden konnten sie ihre Produkte gegen die aus den weit entfernten Provinzen stammenden Luxuswaren, wie z.B.: Bernstein, austauschen.
     Die Siedlungen im Bereich von Weichseldelta standen im ständigen Kontakt mit der Kultur des Römischen Reiches, die gerade damals aufblühte.
     An dem Südrand von dem Fluss Sorge (pl. Dzierzgoñ), Ende des XIX. Jahrhunderts wurden Fragmente von den sehr alten Holzbrücken aufgefunden, die weit genug waren, damit zwei Wagen aneinander vorbeifahren konnten. Die entsprechende Studie ergab, dass die eher nördlich verlaufende Strecke des Trakts, die sich näher der damaligen Buchtlinie befand (in die der Fluss Sorge direkt mündete), wurde von dem II. Jh. v. u. Z. bis zum II. Jh. u.Z. sehr populär und oft von den Händlern benutzt. Von Zeit zu Zeit wurde der Weg repariert, indem die Holzbohlen aufeinander aufgeschichtet und mit dem Sand bestreut wurden, damit die Wagen ins Schleuder nicht kamen. Aus Rücksicht darauf, dass ein Teil des Tales weiter und tiefer war, verlangte der Bau solcher Investition, wie der Deich einen größeren Aufwand.

    So sah das Frische Haff und der Drausensee (pl. Jezioro Dru¿no) vor 2000 Jahren aus. (M. Kasprzycka 1999).

        In der II. Hälfte des I. Jahrhunderts, nach den unzähligen Zwistigkeiten zwischen dem König und den Räubern, die im Zentrum Europas herrschten, folgte leidlich der Frieden. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Bernsteinstraße als Handelsweg, von Weichsel an bis nach Karpaten. Früher kamen auf den Gebiet der Elbinger Höhe aus Norden die Goten an, und dann aus Nordwesten – die Gepiden. Der Ort sah für die Ankömmlinge wie eine Insel aus, weil die Gewässer des Frischen Haffes früher mit dem Drausensee verbunden waren. Seit dem Anfang des II. Jahrhunderts bis zur Wende des III. und IV. Jahrhunderten wurden die nah gelegenen Siedlungen von einer reichen Gemeinschaft der Vermittler des Bernsteins bewohnt.
    Der Schmuck, der damals aus Bernstein gemacht wurde, zeichnete sich durch sein Reichtum an Formen aus. Der Rohstoff wurde sehr sorgfältig ausgewählt und präzise abgeschliffen. In die prächtigen Kolliers, aus den Bernstein- und Glasperlen gemacht, wurden oft feine, subtile Gegenstände aus Metall eingeflochten. Die Vielfältigkeit und Reichtum der archäologischen Funden auf diesem Gebiet, wie z. B.: des vergoldeten und silbernen Schmucks, Haarklemmen oder Gegenstände für den Alltag aus ganz Europa, beweisen, dass das Siedlungszentrum ein Wirtschaftszentrum zur damaligen Zeit ausmachte.


    Ein prächtiges Kollier aus der zweiten Hälfte des III. Jahrhunderts.


    • Kalisch, Das Bezirksmuseum, der XII. Archäologische Jahrmarkt, 09.06.2007, die Ausstellung
        Die nächste Ausstellung wurde vor dem Eingang zum Bezirksmuseum während des Jahrmarktes aufgestellt. Ich konnte mich hier in Ruhe mit vielen Personen unterhalten, die sowohl an der Bernsteinstraße, als auch an meiner Reise interessiert waren. Es passierte oft, dass die unterwegs getroffenen Leute oder Personen, bei denen ich übernachten wollte, baten mich, von der Expedition zu erzählen. Ich litt aber unter Zeitmangel und beeilte mich, weil ich während meines Urlaubs an die Küste gelangen musste. Zu Last fiel mir auch ständiges Mitnehmen der Fotorahmen, wenn ich Ausstellungen in den anderen Städten hatte. Deswegen kaufte ich mir eine riesig große Tasche. Identische Taschen haben die Verkäufer auf dem Markt, was von meinen Mitarbeitern bemerkt und natürlich scherzhaft kommentiert wurde. In dem Zug nach Kalisch war der Schaffner zum Glück sehr nachsichtig meinem so großen Gepäck gegenüber. Dann halfen mir beim Transportieren Museumsangestellter.

       Der Organisationschef des Archäologischen Jahrmarktes war der Archäologe Herr Leszek Zi±bka. Zu den alljährlichen Volksfesten kommen Vertreter der alten Handwerke zu Gast, die zeigen, wie früher verschiedene Gegenstände hergestellt wurden. Unter den anderen Attraktionen sind zweifellos die Ritterkämpfe an erster Stelle. Während meiner ersten Reise nahm ich mir sehr zu Herzen, dass ich nicht immer direkt auf der ehemaligen Bernsteinstraße marschieren konnte. Ich war nicht selten verloren oder musste meinen Weg ändern. Als ich in der Gegend von Kalisch war, wurden gerade in dem Archäologischen Reservaten in Zawodzie Vorbereitungen für ein Volksfest "Festmahl bei den Rittern" getroffen. Im Zusammenhang damit, kam Herr Tadeusz Baranowski, der die Bernsteinstraße bestimmte. Es gelang mir, mit ihm zu sprechen. Ich erfuhr, dass die Bernsteinstraße auf verschiedenen Wegen führte, deswegen passierte den Kaufleuten auch manchmal, verloren zu werden. Wahrscheinlich leisteten ihnen Hilfe gegen Entgelt die Einheimischen als Führer durch den Wald. In der Nähe von Kalisch führte die Bernsteinstraße durch die Ortschaft Dêbe nach Kamieñ (Stein).

    Die Ausstellung vor dem Gebäude des Bezirksmuseums in Kalisch.

        Aquileia, das ehemalige Zentrum, sowohl für Bernstein -Handel und –Verarbeitung, als auch für Glasherstellung, war damals eine Stadt, woher sich die Bernsteinkäufer auf den Weg für das so genannte "Gold des Nordens" machten. Unterwegs entstanden und entwickelten sich Siedlungen. Zu den Handelszwecken und als Geschenke aus dem Römischen Reich flossen zu denen verschiedene Waren ein, darunter sowohl feine Schmuckstücke aus Gold, Silber und Bronze, als auch luxuriöses Porzellan und Glas. Die ehemalige Bernsteinstraße verband damit Gemeinschaften, die voneinander sehr weit entfernt waren. Kalisch macht eben eine der Ortschaften aus, durch die die Bernsteinstraße führte.


    • Breslau, Niederschlesisches Wojewodschaftsamt, 18.10.2007 – 28.05.2010, die Ausstellung
        Zu der Zeit ich durch Breslau marschierte, sendete TVP (das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Polen) ein Programm über meine Unternehmung. Zu diesem Anlass wurde ein Archäologe Herr Krzysztof Demidziuk gebeten, von der ehemaligen Bernsteinstraße fachkundig zu erzählen. Es ist mir damals nicht gelungen, mit ihm zu sprechen, aber ich schaffte das später während meiner "verbesserten" Route. Der Mann gab mir ein paar wertvolle Ratschläge zu meiner Unternehmung und erzählte paar interessante Neuigkeiten über Bernstein. Die Bernsteinspeicher wurden nämlich in Breslau, in dem Stadtteil Partynice, Anfang des XX. Jahrhunderts zweimal gefunden. Und der Bernstein war an den archäologischen Stellen in verschiedenen Formen in der Urgeschichte vorhanden. Er wurde früher in den Erdgruben aufbewahrt, weil er oxydiert und so zerbröckelt, dass aus den kleinen Steinchen ein Pulver entsteht. In Mähren, nicht weit von dem Weg nach Wien, wurde eine Faktorei entdeckt, in der Bernstein vor der Gefahr nicht (wie in den anderen Orten) versteckt wurde. Österreich gehörte als Provinz zu dem Römischen Reich.

       Was die Ausstellung betrifft, ist sie in Breslau dank der Leitung des Niederschlesischen Wojewodschaftsamt präsentiert. Wie Herr Demidziuk bemerkte, verbindet der Weg, auf dem die Käufer wanderten, viele Länder, viele weit voneinander entfernte Gebiete. Vielleicht deswegen fügte es sich aufs Beste, dass die Fotos die Halle vor der Passportabteilung des Niederschlesischen Wojewodschaftsamt schmückten.


    In Wirrwitz (pl. Wierzbice) bei Breslau werden die Zäune "rund" gestellt.

    • Thorn, Das Stadtmuseum im Altstadtrathaus Muzeum Okrêgowe – Ratusz Staromiejski, 22.02.2008, Treffen mit einer Präsentation der Fotos
        Indem ich auf der ehemaligen Bernsteinstraße marschierte, gefiel mir Thorn aus zwei Gründen. Als ich die Brücke seitens Bahnhof betrat, waren vor meinen Augen nur Bäume zu sehen. Erst nach einer Weile, als ob der Vorhang aufgezogen würde, erschien mir das Panorama der Stadt. Ich ging wie bezaubert. Das Empfangsmädchen im Studentenwohnheim informierte mich, dass eine Waschmaschine und ein Trockner zu meiner Verfügung stehen. Es war für mich gar nicht erfassbar, meine ganze Wäsche waschen und trocknen zu können. Das kann Ihnen komisch und seltsam zu sein scheinen, aber während meiner Expedition hatte ich nur selten eine Möglichkeit, am Morgen aufzustehen und saubere und trockene Klamotten anzuhaben.


    Sicht aus der Brücke auf Thorn.

      Das Treffen in Thorn wurde von der Frau Magda Nierzwicka aus dem Museum der Reisenden organisiert. Das Museum ist ein Bestandteil des Stadtmuseums und befindet sich in dem historischen Esken-Haus (pl. Czerwony Spichrz). Gleich neben dem Eingang wurde ein touristischer Akzent exponiert, nämlich eine Sammlung der Hotelschlüssel aus verschiedenen Himmelsrichtungen.

    Das Museum der Reisenden in dem historischen Esken-Haus.

      Nach dem Treffen zeigte mir die echte Thornbewohnerin, wie sich stolz Frau Gizela Szymanowicz selbst benannte, die Stadt in der Nacht. Aus dem gegenüberliegenden Weichselufer bewunderte ich wieder das Panorama des alten Thorn in voller Pracht, das diesmal wunderschön beleuchtet war. Eine wahre Überraschung war für mich eine Entdeckung des Schiefen Turmes in der Altstadt. Um die Neigung vom Lot zu spüren, muss man nur seinen Rücken dagegen lehnen. Dieser Wehrturm wurde im XIV. Jahrhundert errichtet, als ein Teil der Abwehrstadtmauer.


    Indem man durch die Stadt spazieren geht, kann man Filutek treffen.

    • Posen, Archäologisches Museum, 28.03 – 10.04.2009, die Ausstellung
       Die Eröffnung der Ausstellung, die Fotos aus der Expedition aus Prag nach Linz die Moldauufer entlang darstellte, fand in Rahmen einer populärwissenschaftlichen Veranstaltung "Ein Wochenende mit Bernstein" im Archäologischen Museum in Posen statt. Der Verwalter des Woiwodschaftsamtes in Großpolen, Herr Piotr Florek übernahm die Ehrenschirmherrschaft über die Unternehmung.


       Das Hauptthema der Veranstaltung war natürlich der Bernstein und alle Fragen damit verbunden.  In dem audiovisuellen Raum fand eine ganze Reihe der Vorträge statt. Von dem Bernstein in der Archäologie und den ehemaligen Handelsstraßen erzählte Prof Janusz Czebreszuk, und von seinen Ursprüngen und Inklusen – Frau Dr Joanna Jaworska. Über Elbing, das alte Zentrum des Bernsteinhandels sprachen Mag. Grzegorz Krauze und Mag. Rafa³ Baranowski. Wenn Bernstein Schönheit bedeutet…- den Heilwert und die kosmetischen Vorzüge des Steins besprach Mag. Angelika Bar³óg. In die Welt der Kelten wurden die Zuhörer von Mag. Leszek Zi±bka und Mag. S³awomir Mi³ek eingeführt, indem sie von den Funden in der Umgegend von Kalisch erzählten.

      Die Forschungen, die in Jahren 2007 und 2008 in Jankowo II – Oszczywilk durchgeführt wurden, entdecken von uns eine neue noch unbekannte Geschichte der keltischen Besiedlung. Dort wurde eine Tonplatte zum Abgießen der Metallscheiben gefunden. Sie wurde in den 50er Jahren gefunden, und früher wurde sie mit einer Besiedlung der früheren Bronzezeit identifiziert. Zur Zeit wird es angenommen, dass es eine Form zum Abgießen der Scheiben für die keltischen Münzen. Die Ansicht wird bestätigt, sowohl durch die Funde der Münzen: einer goldenen und einer aus der Gold–Silber-Legierung von einer Nennwert 1/8 Stater (das römische Gewicht von Silber), als auch durch Halbprodukte in Form von Blechelementen und geschnittenen golden-silbernen Draht von dem Gewicht, das den Münzen entsprach.

     

    eine Form (das Foto wurde von Adam Kêdzierski gemacht)

       Gleichzeitig fanden im Museumshof vielfältige Vorführungen der alten Handwerke statt: Weben am Webstuhl, Handspinnen am Spinnrad oder Bildhauerei, die von den Handwerkern aus dem Nationalmuseum der Landwirtschaft und der Agrar- Lebensmittelindustrie in Szreniawa dargestellt wurden. Es wurden auch Töpfe hergestellt, Rohrkörbe geflochten und Bernsteine geschmückt. Herr Eryk Popkiewicz aus Thorn präsentierte verschiedene Verarbeitungsmethoden "des Goldes des Nordens" aus der Frühzeit, er zeigte auch und kommentierte seinen Film über Bernsteinfänge. Für diejenige, die voll von Eindrücken hungrig wurden, sorgte ein Unternehmen "Brot", indem warme Gerichte serviert wurden. Indem Backwaren präsentiert wurden, zeigte man den Kindern, wie man den Teig zubereitet und Brötchen backt.

    Die Präsentation der Handwerke im Museumshof


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       Die Schönheiten aus Bernstein, die Meeres- und Land- Bernsteinstraße darstellen. Die wurden noch nach der Veranstaltung dank den Bernsteinliebhabern, der Familie Popkiewicz aus Thorn dargestellt (Fot.: Boles³aw Panczenko).

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    • Danzig, das I. Forum der Städte der Bernsteinstraße, 21.05.2009, Ausstellung der Fotografie
        Am 20. und 21. Mai fand das I. Forum der Städte der Bernsteinstraße, in Danzig in einem historischen Gebäude des Stadtrates, statt. Zu diesem Anlass kamen viele berühmte Bernsteinliebhaber aus ganz Polen. Jeder der Teilnehmer konnte den historischen und touristischen Wert seiner Regionen in Form einer Vorlesung präsentieren.
     

    So wurden die ankommenden Gäste willkommen.

       Einer der Vertreter der Organisatoren war Herr Marcin St±porek, der die Geschichte der ehemaligen Bernsteinstraßen den Teilnehmern näher brachte.
       Der Bernstein, anders Succinit, wurde schon den antiken Mittelmeervölkern: den Phöniziern, Griechen und Etruskern. Aus der Nordsee, unter anderem aus Jütland, nach Süden wurde er die Elbe hinauf befördert. In der Hälfte des letzten Jahrtausends v. Chr. wurde schon nach Italien Bernstein aus Ostseeküste transportiert, der an den Kliffen des Samlands gewonnen und auf den Stränden der Frischen Nehrung (pl. Mierzeja Wi¶lana) und der Kurischen Nehrung (pl.  Mierzeja Kuroñska) gesammelt wurde. Die keltischen Händler gelangen auf den heutigen Danziger- Gdingener Ballungsgebiet, weil die anderen Strecken der Bernsteinküste wegen der schwachen Entwicklung des Weichseldeltas nicht einfach zugänglich waren. Die keltischen Ansiedlungen galten für Handwerken- und Handelsorte und nach ihrer Größe zwischen den Burgen und den mittelalterlichen Städten standen. Sie bildeten ein ganzes Netz von Straßen eines intensiven Handelsumtausches und führten, unter anderem, durch heutiges Tschechen, die Gegend von Prag, bis an die Oder- und Weichselmündung. Die Größe des damaligen Bernsteinumtausch bezeugen die großen Mengen des Steins, die auf den Gebieten der damaligen keltischen Ansiedlungen gefunden werden, z.B. in Breslau, in dem Stadtviertel Partynice oder eine ganze Menge von Abfallprodukten und Halbprodukten in einem Oppidum (eine Art der keltischen Burg von einem protostädtischen Charakter), in Stare Hradisko in Mähren.

       Die wichtigste Auskunft über die Bernsteinstraße finden wir bei Plinius dem Älteren (er lebte ca. 23-79) in seinem Werk "Naturalis historia" (de. Naturgeschichte). Er wusste, dass die Bernsteinquelle die Nordozeanküste (d.h. Nordsee- und Ostseeküste) ausmacht und die römische Provinz Pannonia von den Bewohnern Barbaricum* damit versehen wurde. Das mit der Provinz benachbarte norditalienische Volk der Veneter trug zu einer Verbreitung des Bernsteins unter den Italienbewohnern bei. Plinius gibt an, dass die bernsteinreiche Küste 600 römischen Meilen (889 km) von Carnuntum entfernt sein sollte, einer Ortschaft am Donau, an der Grenze von Pannonia und den barbarischen Ländern gelegen. Daraus lässt es sich folgern, dass zur Zeit Plinius Carnuntum das Ort ausmachte, in dem die Bernsteinstraße über die römischen Provinzen herausging und das Gebiet Barbaricum betrat. Seine Meinung bestätigt  Plinius, indem er eine Auskunft über eine Reise des Eques (einen Bürger von Rom vom ritterlichen Stand) gibt, der unter Herrschaft von Kaiser Nero nach Norden gelang, um eine große Menge an Bernstein zurückzubringen. Diese beschriebene Expedition und zu diesem Anlass veranstalteten Festspiele, während derer das ganze Amphitheater reich mit Bernstein geschmückt wurde, verbreiteten unter den Römern "die Mode" an Bernstein. Was wichtig zu sein scheint, besuchte der Römer die baltischen Handelszentren (lat. commercia), sowie die Bernsteinküste. Plinius wird von Tacitus (ca. 55-ca. 120) unterstützt, indem der Andere in einer Abhandlung "Germania" angibt, dass die damaligen Einwohner des Samlands als die einzigen Bernstein aud den Stränden und Untiefen sammeln, um ihn später den Kaufleuten zu verkaufen. Es war angegeben, dass sie "sich über den Preis für Bernstein wundern". Anfänglich wurden die Geschäfte im Sitz der Aestii gemacht, später konnten sie selbst Succinit an die Handelsorten liefern, die sich auf den Gebieten ihrer Nachbarn befanden, unter anderem nach Praust (pl. Pruszcz Gdañski), Marienburg (pl. Malbork) und Elbing.

       Was die Wege betrifft, auf denen mit den Waren nach Süden gewandert wurde, mangelte oft an sie auf dem Gebiet Barbaricum, deswegen wurden eher die Binnenwasserwege benutzt. Es gab eigentlich keine für Wagen speziell vorbereiteten Wege. Nur lokal konnte man solche Einrichtungen, wie Holz- Erdenstege treffen, die die Wanderung durch das sumpfige Tal der Sorge (pl. Dzierzgoñ) möglich machten. Da das Haupttier in der Antike nicht ein Pferd, sondern ein Ochse war, lohnte es sich viel mehr, Waren auf den Booten zu befördern. Erst nach der Donaulinie, in Carnuntum konnte Bernstein in die Wagen geladen werden und schon auf den sehr guten Schotterstraßen (nicht selten von den römischen Soldaten gebaut) durch Pannonia nach den Alpenpässen transportiert werden.

       Aquileia war die größte Stadt an der nördlichen Adriaküste. Die Stadt galt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt, sowie Ausgangspunkt der römischen wirtschaftlichen und politischen Expansion gegenüber die westlichen Alpenländer. In der Stadt gab es sehr viele Werkstätte der Handwerker und Manufakturen, in denen Ende des I. Jahrhunderts die Technik des Bernsteinschnitzens beherrscht wurde. Der Stein wurde unbearbeitet aus der Ostseeküste befördert, um in Aquileia in die Hände der Handwerker zu gelangen. Aus den kleinsten Elementen wurden Anhängsel hergestellt. Zu den Gegenständen, die sich erhielten, gehören: Schmuck (Halsketten, verschiedene Arten von Ringen, Anhängsel) und Schatullen zu dessen Aufbewahren, aber auch der Toilettenzeug und Sachen für den täglichen Bedarf, wie: Messerhefte, Spiegelrahmen und kleine Behälter für Kosmetika. Es wurden auch kleine Gegenstände hergestellt, die: Blätter, Muscheln, Fische, Laibe Brot oder Obst (Granatäpfel, Feigen, Datteln, Weintrauben) nachahmten. Einige von denen, wie z.B. Bernsteinblätter, fungierten als Geschenke zum Neujahr. Außerdem gibt es manche Überlieferungen über römische Frauen, die Freude an kleine Bernsteinfiguren oder Succinitschollen hatten und sie immer bei sich behielten, um sie in jeder Weile anfassen zu können.
       Eine interessante Gruppe der archäologischen Funde machen die Bernsteinspinnröcken aus. Zu denen gehört das ganze Zeug mit Spinnen verbunden, das früher zu einer der Haupthaushaltsaufgaben der Frauen gehörte. Bernstein eignete sich besonders gut zu dessen Herstellung, weil dank seiner elektrostatischen Eigenschaften den Spinnrocken (ein Bündel aus Wolle, Lein oder Hanf, das als Spinnenstoff diente) anzog. Interessanter Sache wurden manchmal die in Italien aus Bernstein hergestellten Spinnröcken nach Norden, auf die Gebiete der Bernsteinherkunft, befördert. Das bezeugen die Funde aus nördlichen Großpolen und Pommern.

       *Barbaricum; Die Grenzen des Römischen Reiches wurden in dem I. und II. Jahrhundert an dem Rhein und Donau stabilisiert. Die Völker, die außer den Grenzen lebten, die oft geringschätzig als "barbarisch" genannt wurden, weckten trotzdem Interesse der Römer. Die römischen Kaufleute durchstreiften Barbaricum in der Suche nach verschiedenen Waren und Rohstoffen. Kein Wunder, dass auch "Gold des Nordens" ihre Aufmerksamkeit fesselte. So wurden die Kontakte zwischen Italien und Ostseeküste aufgenommen.

    Das Unterschreiben einer Erklärung an dem I. Forum der Städte von der Bernsteinstraße.

    So sieht die Urkunde umgeben von dem "Golden des Nordens" aus. Die Feder, mit der die Urkunde unterschrieben wurde, wurde aus massivem Silber und Bernstein von einem Juwelier Herren Ryszard Wycichowski handgearbeitet.

    Ein Spaziergang durch den Danziger Stadt.

    So ein Pressenlöwe schützt das Gebäude der Pommernzeitung Dziennik Ba³tycki.

     

    Robert Pytlos, Koordinator des Stadtpräsidenten Danzig für Bernstein, in einem Gespräch mit den Kindern aus der Woiwodschaft Niederschlesien, im Bernsteinmuseum.


    Danziger Milleniumbaum auf dem Kohlenmarkt.

     

    • Danzig, das II. Forum der Städte der Bernsteinstraße, 20.05.2010, der Vortrag und Fotografieausstellung
        Diesmal möchte ich anhand des Bernsteinpassports, der mir von der Danziger Stiftung herausgestellt wurde, ein paar Informationen über Bernstein und Bernsteinerzeugnisse angeben.

     

    WAS IST SUCCINIT ?

        Der Baltische Bernstein, auch Succinit genannt, ist ein fossiles Harz damaliger Nadelbäume vor mindestens 40 Millionen Jahren mit einem Gehalt von 3% bis 8% Bernsteinsäure. Genau damit unterscheidet sich Succinit von den, in der Natur über 100 identifizierten, fossilen Harzen. Der Naturbernstein aus Danzig zeichnet sich durch seinen Reichtum von Arten, Differenzierung von Farben und den Transparenzgrad aus. Er erwarb seine Eigenschaften, indem er auf den Dünen von den Sonnenstrahlen erwärmte, wegen Feuchtigkeitsänderungen und Oxydation im Sand verwitterte, oder unter dem Gletscherdruck gepresst wurde.

     

    SCHMUCKSTEINE AUS BERNSTEIN;

        - Der Baltische Naturbernstein (Succinit), der nur einer mechanischen Verarbeitung unterworfen wird (wie: Schleifen, Schneiden, Drehen, Polieren), ohne irgendwelche Änderungen seiner Natureigenschaften.

        - Der Baltische Pressbernstein wird hergestellt, indem gereinigte Bernsteinbröckchen erwärmt und dann unter starkem Druck zusammengepresst werden.

     

    Die Sachverständigen lassen zum Hervorheben oder zur Änderung der Naturfarbe vom Bernstein eine Anwendung der Folie oder Edelmetallblätter und den Farbgrund aus Emaillen zu, die im Schmuck mit dem Baltischen Bernstein (Succinit) angewendet werden.

     

        - Der zusammengefügte Stein, der aus zwei oder mehreren Teilen des Natur- oder Pressbernsteins entsteht, die mit einem farblosen Bindestoff zusammengeklebt werden.

        - Der Baltische Korrekturbernstein, in dem durch Variationen mit hohen Temperaturen und Druck sich nicht nur unterschiedliche Farbtöne, sondern auch klare und trübe Pressbernsteine herstellen lassen.

     

    ABC DES KUNDEN – also…wie einen Bernstein kaufen ?

        Wenn Sie schon einen konkreten Gegenstand für sich auswählten, sehen Sie sich ihn genau an, um zu prüfen, ob er komplett und unbeschädigt ist. Sehen Sie nach, ob der Produkt ein Warenzeichen und Beschauzeichen hat oder mit dem Probekennzeichen markiert wurde.

        Fragen Sie immer nach der Art der Verarbeitung, der der gewünschte Bernstein im Schmuck unterworfen wurde.

        Der grüne Bernstein kommt sehr selten in der Natur vor. Es lohnt sich einen Verkäufer danach zu fragen, auf welche Art und Weise die Farbe erworben wurde. Dunkelkirschrote („Kognakfarbe“) wird in der großen Temperatur erworben. Die Farben der Schmucksteine werden seit Jahrhunderten korrigiert, es wäre aber gut, wenn der Verkäufer uns darüber Bescheid sagt.

       Vor dem Kauf eines Bernsteinschmuckes fragen Sie den Verkäufer nach dem Milieuzerifikat, der durch die Polnische Handelskammer für Bernstein oder durch den Internationalen Verein der Bersteinkäufer.

     

    WORAN KANN MAN DEN BALTISCHEN BERNSTEIN ERKENNEN ?

     

    Zdjêcie ze strony: http://www.deutsches-bernsteinmuseum.de/

     

        Der Baltische Bernstein zeichnet sich durch einen charakteristischen Geruch aus, der einem Duft eines sakralen Weihrauches ähnlich ist. Man kann sehr einfach einen echten Bernstein erkennen, indem man eine glühende Nadelspitze an den Stein anlegt und einen harzig-aromatischen Geruch spürt oder ihn intensiv mit den Fingern reibt, wenn man mit einem Naturbernstein zu tun hat. Auf diese Weise lässt sich ein Geruch von Succinit von einem Kunstharz unterscheiden. Diese Methoden versagen aber bei einem Pressbernstein.

       Wenn der Schmuck nur aus Bernstein gemacht ist, kann man ein Solenverfahren anwenden, weil Kunstharze in einem sehr gesalzenen Wasser untergehen, und der Bernstein auf dem Wasser schwimmt.

       Zur Identifizierung eines Bernsteins kann man auch seine sehr schwache Lösbarkeit in den organischen Lösungsmitteln ausnutzen (es ist relativ einfach, Succinit von einem Kopalharz zu unterscheiden).

       Die glaubwürdigsten Ergebnisse kann man aber mit Laborverfahren bekommen. Das einfachste und bei den großen Mengen des Rohstoffes oder wertvollen Gegenständen meistens angewendete Verfahren ist Infrarotspektroskopie. Anhand solcher Messungen lässt sich nicht nur den Baltischen Bernstein, sondern auch andere Natur- und Kunstharze zu erkennen.

     

    IMITATEN DES BALTISCHEN BERNSTEINS

        Imitat ist ein Rohstoff, Halberzeugnis oder Produkt, der als Succinit verkauft wird. Er wird aber aus einem billigeren Ersatzstoff gemacht, der dem Original ähnlich aussieht, aber andere chemische und physische Eigenschaften hat.

       Es lässt sich zwei Hauptgruppen der Imitaten unterscheiden: die Natur- und Kunststoffe.

    Als Naturstoffe kommen Kopalharze aus den anderen Regionen der Welt vor, die auch unter dem Begriff: „Bernsteine“ zu finden sind. Kein von diesen Stoffen ist aber ein Succinit, also wenn sie entsprechend nicht gekennzeichnet sind, können sie als Imitaten gehalten werden. Auch Kunststoffe sind Imitate, wenn sie als Succinit oder anderes Naturharz verkauft werden. Dazu gehören solche Stoffe, wie: Glas, Celluloid, Polyester oder Phenolharze. Zu den Imitaten werden auch gezählt: ein Pressbernstein mit einem Zuschlag von plastischen Massen oder Kopalharzen, oder Bernsteinbröckchen, die in den Natur- oder Kunstharzen eingeschmolzen sind.


    • Posen, Wojewodschaftsamt der Wojewodschaft Großpolen, 01 – 13.04.2011, die Ausstellung
        Zum ersten Mal präsentierte ich der Öffentlichkeit die Orte, die ich bei der Fortsetzung meiner Unternehmung auf der Strecke aus Linz nach Aquileia sah. 

     

    Etwas neckisch zeige ich hier ein Fot, das in der Ausstellung nicht erschien. Es scheint mir aber ein kleiner Wunsch jedes Wanderers zu sein, so eine Bank im Schatten unterwegs zu finden, so wie diese in Töplach.

     

    • Wien, XXII. Polnische Kulturtage in Österreich, 08.09.2013, "Auf den Spuren römischer Kaufleute"

     

    Hundskehle Straße auf Klosterneuburg.

     

     

     

     



  • www.bursztynowyszlak.com